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Mehrfachantworten und Meßwiederholungen

Die Unkenntnis bei Mehrfachantworten und Meßwiederholungen kann viele Fehler bei der Dateneingabe und der weiteren Verarbeitung verursachen. Beispielsweise auf die Frage "Welche Medikamente nehmen sie täglich ein?" sind mehrere Nennungen möglich ("Keine", "Blutdrucksenker", "Verhütungsmittel", "Antibiotika", "Anabolika", "Andere"). Eine Bodybilderin könnte "Blutdrucksenker", "Verhütungsmittel", "Antibiotika", "Anabolika" und "Andere" angeben, während eine brave, kranke Studentin nur "Antibiotika" einnimmt. Wenn inhaltlich möglich sollte man derartige Mehrfachantworten vermeiden, da der Aufwand für deren Auswertung deutlich größer ist als bei Einfachantworten. So hätte man die obige Frage auch formulieren können: "Welches der täglich eingenommenen Medikamtente nehmen sie am längsten ein?" mit nur einer möglichen Antwort.

Um Mehrfachantworten korrekt zu kodieren, gibt es zwei Methoden. Eine ist ist die Kodierung multipler Kategorien. Hier wird die Beantwortung der Frage mit nur einer Variablen kodiert. Jede Kombination von Antworten stellt dann eine eigene Kategorie dieser Variablen dar. Für die Antwort der Bodybilderin könnte beispielsweise eine "1" eingetragen werden und für die der braven Studentin eine "2" usw. Dabei wird schnell klar, daß man bei mehr als zwei oder drei möglichen Antworten schnell an die Grenzen des Machbaren kommt und die Übersicht verliert.
Daher ist in den meisten Fällen (und vor allem wenn man sich unsicher ist) die Dummy-Kodierung vorzuziehen, bei der für jede mögliche Antwort eine eigene Variable gebildet wird. Bei diesem Vorgehen ist für jede der Antworten "Blutdrucksenker", "Verhütungsmittel", "Antibiotika", "Anabolika" und "Andere" eine eigene Variable nötig. Wenn die jeweilige Antwort gegeben wurde, wird eine "1" eingetragen, sonst eine "0". Für den Fall, das keine der Antworten zutrifft, muß für alle Antworten eine "0" eingetragen werden. Weil bei der Eingabe bekanntlich immer Fehler auftreten, ist es besonders bei umfangreichen Daten besser, zusätzlich die Kategorie "Keine" zu führen, wo eine "1" eingetragen wird, wenn keine der Antworten gegeben wurde. Damit ist fast ausgeschlossen, daß das versehentliche Nicht-Eintragen von Antworten zu Fehlinterpretationen führt.

In den Erklärungen für das praktische Vorgehen bei der Dateneingabe findet sich neben dem Beispiel für die Dummy-Kodierung auch ein Beispiel für Meßwiederholungen, also der wiederholten Untersuchung eines Merkmals zu zwei oder mehr unterschiedlichen Zeitpunkten. Wie im Beispiel sollte für jedes der Merkmale für jede der Messungen eine übersichtlich benannte Variable kodiert werden, der man die Meßwiederholung auch "ansieht".
Obwohl meist von Meßwiederholungen gesprochen wird, ist die mehrmalige Ausführung einer Messung nur ein Sonderfall für verbundene Stichproben. Immer dann, wenn man jedem Wert aus der einen Stichprobe genau einen Wert aus der anderen Stichprobe zuordnen kann, sind Stichproben verbunden. Ein Beispiel wäre die Frage, ob der Blutdruck bei männlichen oder weiblichen Ehegatten höher ist. Hier könnte man dem Blutdruck der Ehemänner immer die entsprechenden Werte der Ehefrauen direkt zuordnen. Die Werte bilden inhaltlich ein Paar, daß auch mehr als zwei Bestandteile haben kann (z.B. Mann, Frau, Kind). Deswegen werden verbundene Stichproben synonym auch als paarige Stichproben bezeichnet.
Verbundene bzw. paarige Stichproben bzw. Meßwiederholungen haben stets den gleichen Stichprobenumfang. Wenn ein Wertepaar einen oder mehrere fehlende Werte hat, kann es nicht mit in die statistischer Analyse einbezogen werden.